07.02.22: Bärin Elli lebt nicht mehr


Am 6. Januar 2022 feierte die alte Bärin Elli noch ihren 41. Geburtstag. Dafür hatte ihr Tierpfleger Jan Morgenroth eine eigene Geburtstagstorte gebastelt aus Rosinenbrot und Hackfleisch, garniert mit Karottenstiften als Kerzenersatz.

 

Noch im Dezember hatte Elli nahezu täglich mit langsamen, tastenden Schritten eine kleine Runde durch ihr Gehege gedreht. Und jeden Tag freuten sich die Raubtierpfleger über eine Reaktion der alten Dame, wenn sie morgens angesprochen wurde. In ihrem hohen Bärenalter konnte schließlich jeder Tag ihr letzter sein. Doch in den letzten Wochen wurde ihr Allgemeinzustand zusehends schlechter. Sie bewegte sich kaum noch und hatte beim Aufstehen und Hinsetzen sichtlich große Schmerzen. So manches Mal schaffte sie den Weg zurück in ihre Schlafhöhle nicht mehr. Hinzu kamen Koordinationsschwierigkeiten, was die Vermutung nahelegte, dass sie einen kleinen Schlaganfall erlitten hatte. Auf beiden Augen war Elli bereits teilweise erblindet. Aus diesen Gründen entschloss sich die Tiergartenleitung Mitte letzter Woche in übereinstimmender Absprache mit den Raubtierpflegern und Tierärzten, der alten Bärin weiteres Leid zu ersparen und ihr das Sterben zu erleichtern.

Im Schnitt werden Braunbären etwa 30 Jahre alt. Weibchen werden meist älter als Männchen. Unter den mehr als 300 noch lebenden Braunbären, die im Europäischen Zuchtbuch registriert sind, gibt es nur noch sechs Bären, die genauso alt oder noch älter sind als „Oma Elli“, wie sie liebevoll von ihren Pflegern genannt wurde.

Das jetzt leere Außengehege steht nun, nach der Winterruhe, den drei Bärenbrüdern zur Verfügung. Die Tierpfleger sind schon gespannt, wie die drei Bären die neu hinzugewonnene Gehegefläche nutzen werden. 

Bild: Elli genießt Anfang Januar ihren Geburtstagskuchen